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Nachhaltigkeit

November 2017 - Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

1500 Bäume für mehr Sicherheit

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Die  Buben und Mädchen kümmern sich um die Natur und ihre Mitmenschen:
Für ihr Engagement hat die Zugspitz-Realschule eine Auszeichnung bekommen.

(Foto: Sehr - Garmisch-Partenkirchner Tagblatt)

Garmisch-Partenkirchen – „Das ist eine Auszeichnung der besonderen Art“, betonte Ernst Fischer, Ministerialbeauftragter für Realschulen in Bayern in der Aula der Zugspitz-Realschule in Garmisch-Partenkirchen. Dann überreichte er Schülersprecher Leander Marzell aus der 10c stellvertretend die Urkunde überreicht. „Sie hat die originale Unterschrift von Ludwig Spaenle.“ Dass der bayerische Kultusminister selbst zum Stift greift, komme bei einer derartigen Auszeichnung nicht so oft vor. Doch die Werdenfelser hätten diese Anerkennung verdient – eben weil ihr Naturprojekt so besonders ist. Und einen ersten Preis verdient.

Seit neun Jahren pflanzen Buben und neuerdings auch Mädchen der Zugspitz-Realschule Bäume – zuerst am Hausberg, dann am Wank. Etwa 1500 Fichten, Tannen, Buchen sowie Bergahorne und über 3000 Lärchen haben so ihren Platz gefunden. Allerdings geht es nicht um den schönen Anblick, sondern um die Sicherheit der Bevölkerung: Die Bäume sind Teil eines Schutzwaldes, der den Markt Garmisch-Partenkirchen vor Steinschlag, Vermurungen oder Lawinen bewahren soll.

Das langjährige Engagement der Schüler und Lehrerin Petra Pawalkat – sie leitet das Projekt aktuell – hob Joachim Mark, Revierleiter für den Werdenfelser Raum bei der Bayerischen Forstverwaltung, hervor. Er hofft, dass die Arbeit für die Jugendlichen nicht nur Pflichterfüllung ist, sondern, dass sie auch etwas mitnehmen. „Heute einen Baum pflanzen, ihn wachsen sehen und später vielleicht seinen Enkeln zeigen.“ Das ist für Mark etwas, das zählt: einen Beitrag zu leisten. „Nicht nur für morgen, sondern für viele Jahrhunderte.“ Dabei denkt er an die Lärchen – eine Baumart, die mehrere 100 Jahre alt werden kann. Ministerialbeauftragter Fischer fand neben Worten des Dankes vor allem solche der Anerkennung. „Es geht nicht nur um die konkreten Aktivitäten außerhalb der Schulzeit, das Gesamtpaket der Einrichtung muss stimmen“ erklärte er. Und eben für dieses Engagement, die Gemeinschaft jenseits des Unterrichts sei in Garmisch-Partenkirchen herausragend. Er lobte den Einsatz der Heranwachsenden für Heimat und Umwelt. „Wichtig ist für mich, dass Ihr euch einbringt, ohne Geld zu bekommen oder ein Held zu sein.“ Neben der Urkunde überbrachte Fischer symbolisch auch einen Scheck über einen dreistelligen Betrag.

Eine Tatsache, die bei den Schülern spontan Beifall erntete. Als sich die Menge beruhigt hatte, versicherte Rektorin Regina Spitzer: „Das Geld ist bereits auf meinem Konto!“ Sich ihrer zweideutigen Aussage bewusst, schickte sie schnell hinterher: „Auf dem Schulkonto!“ Die Schüler lachten. Was sie und die Einrichtung am Gamsangerweg mit dem Geld anfangen, entscheiden demnächst alle gemeinsam.

Die Werdenfelser sind dabei nicht die einzigen, die einen Preis bekommen haben. 80 weiterführende Einrichtungen in ganz Bayern reichen jährlich ihre außerunterrichtlichen Projekte ein, nur drei davon werden prämiert.

Neben Garmisch-Partenkirchen haben es noch eine Realschule aus Geisenfeld (Kreis Pfaffenhofen an der Ilm) für ihr soziales, eine städtische Schule in München für ein künstlerisches Projekt unter die Bestplatzierten geschafft.
 

September 2017 - Garmisch-Partenkirchner Tagblatt

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September 2015 - Pflanzaktion im Steilgelände des Wanks

In einer beispiellosen Aktion schafften es die 67 Buben und Mädchen der 9. Jahrgangsstufe, die Mitarbeiter der Bayerischen Forstverwaltung Murnau Süd durch ihren Fleiß und Arbeitswillen zu beeindrucken. Die nun schon zum siebten Mal durchgeführte Aktion zur Rettung des Bergwaldes ist mittlerweile fester Bestandteil des Schulkalenders und dennoch kann von Routine keine Rede sein, allein schon deswegen, weil die Schüler nie genau wissen in welchem Gelände sie letztendlich diese sinnvolle Tätigkeit ausführen werden. Auch wechseln jedes Jahr die zu pflanzenden Baumarten.

In den vorangegangenen Jahren wurden schon Fichten, Tannen, Wildapfel und Buchen gepflanzt und in diesem Jahr galt es, 500 junge Lärchen einzusetzen.
Vorausgegangen war eine theoretische Einführung durch Joachim Mark vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Murnau Süd, der am 21. September 2015 einen einstündigen Vortrag über den Bergwald als Schutzwald vor unseren Neuntklässlern hielt. Hier betonte er welch wichtigen Beitrag zum Schutz des Bergwaldes die Schüler durch ihren Einsatz leisten. Schon am nächsten Tag, am 23. September 2015, trafen sich die Schüler am Parkplatz der Wankbahn und erhielten dort eine Einweisung von Herrn Mark, besonders zum Umgang mit den Hauen und den zarten Pflänzchen.

Dank der großzügigen Spende der BZB, die über 70 Freikarten ausgab, konnten die Hänge bei der Esterbergalm durch einen Abstieg vom Wank erreicht werden. Von dort jedoch ging es sehr schnell ins Steilgelände abseits der vielbegangenen Wege. Eine Herausforderung waren die langen nassen Gräser und natürlich der Transport der 500 Pflanzen und der Hauen. Jeder Schüler trug etwas und kämpfte sich tapfer das rutschige Gelände hoch. Die Schüler wurden in Gruppen eingeteilt und auch von jungen Praktikanten, die Forstwesen studieren, unterwiesen, wie die Lärchen sachgerecht zu pflanzen seien, damit diese eine möglichst hohe Überlebenschance haben.

Jeder Schüler pflanzte fast 10 Bäumchen, wobei trotz der Schwierigkeiten die Stimmung immer gut war, nicht zuletzt wegen der ausgezeichneten Verpflegung durch den Partenkirchener Hofladen beim Jochala. Die Chefin höchstpersönlich hatte die über 80 Brotzeitpakete gepackt und unserer Schule, wie schon in den vorangegangenen Jahren, zu günstigen Konditionen abgegeben. Sei meinte, sie unterstütze gerne eine solch sinnvolle Aktion von Schülern.

Petra Pawalkat

Bäume pflanzen zum Schutz des Bergwaldes

Seit 2009 ist das Thema Nachhaltigkeit eines der Leitbilder unserer Schule. Im Zuge dessen pflanzen unsere Neuntklässler seither in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim Bäume am Wank und im Hausberggebiet.

Sturmschäden und jahrhundertelange Nutzung als Bergweiden haben dafür gesorgt, dass sich große Grasflächen gebildet haben, auf denen sich auf natürlichem Weg keine Jungbäume mehr ansiedeln können. Dazu verursacht der große Wildbestand sehr viel Verbiss, sodass Jungbäume es nur sehr schwer haben nachzuwachsen. In höheren Lagen benötigen diese zudem eine sehr lange Zeit, bis sie eine entsprechende Höhe erreichen. Aus diesem Grund muss hier aufgeforstet werden, da der Bergwald mit seiner Schutzfunktion so wichtig für Garmisch-Partenkirchen ist. Neben der Speicherung von Wasser und dem damit verbundenen Hochwasserschutz, sichert der Wald die Hänge vor Erosion, Lawinen und Steinschlägen.

Nach der theoretischen Einweisung durch Herrn Mark in der Schule und der praktischen Einweisung durch Herrn Mark, Herrn Ernst und seine Kollegen vom Forstamt vor Ort, pflanzten unsere Schülerinnen und Schüler - teils im sehr steilen Gelände – nun schon über 3000 Lärchen, Fichten, Wildäpfel, Kiefern und Buchen in bis zu 1600 m Höhe. Die Karten für die Bergfahrt wurden von der Bayerischen Zugspitzbahn kostenlos zur Verfügung gestellt, dazu gab es eine Brotzeit, die von der VR-Bank Garmisch-Partenkirchen und dem Hofladen „Zum Jochala“ in Partenkirchen gesponsert wurden. Die Aktionen waren stets ein großer Erfolg – die Schüler hatten Spaß und halfen gleichzeitig der nachhaltigen Entwicklung des Bergwaldes.

Florian Hartmann